Welchen Apps der digitale Staub anhaftet
Google plant eine Funktion, die euch hilft, überflüssige Android-Apps zu identifizieren und zu löschen. Ob das ein Segen oder Fluch ist, bleibt fraglich.
## Die neue Funktion: Fluch oder Segen?
Google hat angekündigt, eine Funktion einzuführen, die Android-Nutzern helfen soll, überflüssige Apps zu identifizieren und gegebenenfalls zu löschen. Die Vorstellung ist verlockend: Wir alle kennen das Dilemma, in dem wir uns mit einem weiteren Mangel an Speicherplatz und einer fast überquellenden App-Bibliothek wiederfinden. Da ist es doch ein echter Gewinn, wenn uns ein Algorithmus freundlich darauf hinweist, dass uns die Zeitung von 2015 vielleicht besser ohne das lästige Icon im App-Drawer auskommen könnte. Doch ist es wirklich so einfach?
Es stellt sich die Frage, ob diese Funktion tatsächlich die versprochenen Vorteile bringt oder ob wir hier lediglich eine weitere digitale Schnapsidee erblicken, die bald in der Versenkung verschwindet. Der Algorithmus wird Gespräche über Nützlichkeit vs. Belastung eröffnen. Ein überflüssiges Spiel von vor zwei Jahren mag für den einen den digitalen Staub abtragen, für den anderen jedoch ein nostalgisches Stück seiner Vergangenheit bewahren. Wer entscheidet überhaupt, was überflüssig ist? Schlechte Bewertungen können den Algorithmus beeinflussen, das muss nicht unbedingt eine objektive Einschätzung widerspiegeln.
Die Frage der Privatsphäre
Zusätzlich steht die Frage im Raum, inwieweit die Privatsphäre der Nutzer durch solch eine Funktion beeinträchtigt werden kann. Die Vorstellung, dass Google, das Unternehmen, das dafür bekannt ist, jeden Mausklick seiner Nutzer zu verfolgen, auch noch darüber bestimmt, was auf unseren Bildschirmen verweilt, lässt einige Alarmsirenen läuten. Ist dies nicht ein wenig zu viel des Guten? Die Idee, dass ein Algorithmus uns „hilft“, kann schnell zu einem Überwachungsmechanismus verkommen. Die Grenze zwischen Nützlichkeit und Überwachung verschwimmt.
Und während einige Nutzer vielleicht die Hilfe eines Algorithmus schätzen, ist die Skepsis gegenüber Google nicht ohne Grund. Schließlich könnte das Entfernen von Apps durch einen Algorithmus auch als subtiler Hinweis auf Konsumverhalten interpretiert werden. Wer sagt uns, dass die verbleibenden Apps nicht dazu tendieren, noch mehr Daten über uns zu sammeln oder noch mehr Werbung anzuzeigen? Es bleibt abzuwarten, ob diese Funktion letztlich ein Schritt in Richtung mehr Nutzerfreundlichkeit ist oder einfach nur ein weiterer Weg, um den digitalen Fußabdruck der Nutzer weiter zu vergrößern. Die Frage bleibt: Was bleibt von unserem digitalen Leben übrig, wenn wir uns blind auf Maschinen verlassen, um unsere Entscheidungen zu treffen?
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